Architektur: François Perrin

Manche versuchen verzweifelt, Beruf- und Privatleben voneinander zu trennen. Der frühere Pariser Skateboarder und heutige Architekt François Perrin hingegen gab beim Wellenreiten in Los Angeles alten Freunden ein paar Tipps für deren Lebenstraum – und kam so zu einem Businessprojekt, das endlich seine zwei großen Lieben vereint: Skateboarden und Wohnhäuser entwerfen.

Interview: Hannes Grassegger

Perrin, 44, Inhaber des kalifornischen Architekturbüros Air Architecture, baut dieses Jahr eine komplett skatetaugliche Villa auf die sonnigen Hügel des Malibu Canyon. Das erste Skatehaus der Weltgeschichte für den erfolgreichsten Manager der Skategeschichte – Etnies-Chef Pierre-André Senizergues (siehe Business Punk Ausgabe 02/2012). Und der träumt jetzt schon von ganzen Skaterstädten.

Francois, mal ehrlich. Bist du damals aus Paris nach Los Angeles gezogen, um zu arbeiten – oder um zu surfen?

Mh. Die Wellen sind gut hier. Aber ganz ehrlich: Ich kam zum Arbeiten. Ursprünglich bin ich mehr Skater als Surfer.

Warum dann L.A.?

Ich bin eine Zeit lang um die Welt gereist, war surfen und habe mir dabei immer die lokale Architektur angeschaut. Los Angeles hat eine riesige Spannweite an toller Architektur. Wenn man eine Liste der 100 interessantesten Wohnhäuser des 20. Jahrhunderts machen würde, dann kämen aus L.A. allein zehn davon. Mindestens. Und dann gab es hier eine Art Erleuchtung für mich: das Haus, das Star-Architekt Frank Owen Gehry für sich selbst gebaut hat. Als ich das gesehen habe, wusste ich, hier kannst du deine Träume verwirklichen.

Und das Skatehaus ist dein Traum?

Es ist der Traum von Etnies-Chef Pierre-André Senizergues und Etnies-Mitbegründer und Chefdesigner Gil Le Bon Delapointe. Es soll das Haus von Pierre werden. Seit Jahren arbeiten sie daran und haben mich Ende 2010 engagiert. Es war Pierre Traum, und Gil hat angefangen zu entwerfen. Ich kannte Gil vom Surfen, durch einen Freund aus dem französischen Biarritz, und gab ihm manchmal Tipps zur Architektur. Ich habe als Skater und als Architekt schon immer versucht, die zwei Elemente zu vereinen. Schon im Studium. Deshalb war ich begeistert von diesem Auftrag.

Und was ist das Konzept?

Gils Idee ist der Loop. Er kommt vom Rampen-Skaten. Das Haus soll ein riesiger Loop werden , wie zwei aufeinandergelegte Minirampen.

Geskatet und gesurft wird eigentlich draußen. Es geht ums Gleiten und um Bewegung. Architektur ist etwas Festes und Statisches. Das sind zwei unterschiedliche Welten – wie passt das zusammen?

Es geht bei diesem Gebäude um den Flow. Das Fließen. Gebäude können sehr wohl fließend sein, das habe ich auf meinen Reisen gelernt. Denk an Iglus oder an Zelte in der Wüste. Ich glaube, ursprünglich war Architektur fließender, Gebäude folgten den Elementen Wind, Wasser und Sonne.

Und wie setzt du das im Skatehaus um?

In diesem Haus wird man sich immer bewegen können. Man soll komplett durchfahren können, vom Eingang bis zum Ausgang, immer im Loop. Das ist wirklich das erste Mal, das jemand versucht, solch einen Hybrid aus Lebensraum und Skatefläche zu erschaffen. Ein Mix aus Skatepark und Wohnraum. Die Herausforderung ist, das zu vereinen und eine gute Balance zu finden.

Was sind die Schwierigkeiten?

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