REPORTAGEN MAGAZIN

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Zuhause bei der umstrittensten deutschsprachigen Rockband

...Anderthalb Jahre zuvor. Ein Fan-Video. Es ist dunkel, Fleisch an Fleisch im Publikum. Alle Spotlights auf die Band. In der ausverkauften Auricher Sparkassen-Arena, ganz oben in Ostfriesland, richtet Philipp Burger nach fast drei Stunden Rock noch mal ein letztes ernstes Wort an die versammelte verschwitzte, glückliche Fangemeinde, über 3000 Leute hören gebannt zu: «Ihr seid das geilste Publikum!» – «Yeahhhh», schreit die Menge. – «Lasst euch draussen von den Pappnasen, die da ganz bestimmt auch unterwegs sind», – «Scheisslinkeeeee», brüllt jemand von den Rängen – «von den Steineschmeissern, wo ja wirklich viele dabei sind bei so Autonomen, lasst euch da gar nicht provozieren, und lasst uns mit dem nächsten Song zeigen, worum’s im Leben manchmal wirklich gehen kann. Und ich denke, man kommt sehr, sehr weit im Leben, wenn man manchmal nachdenkt, bedacht handelt und sich auch nicht unterkriegen lässt. Aber vor allen Dingen eine Sache nicht vergisst: Sieger stehen da auf …» – und dann bebt es in der Menge, Fäuste strecken sich nach oben, und es dringt aus tausend Kehlen: «Wo Verlierer liegen bleiben!»

«So, jetzt bildet mal einen Kreis hier in der Mitte, und lasst uns mit einer zünftigen Wall of Death dieser Nacht entgegenreiten!», dröhnt Burgers rauchiger Bass. Muskulöse Männer mit nacktem Oberkörper, Glatzen, Iros und langhaarige Metalfans, tätowierte Frauen im Emo-Look breiten die Arme aus, drücken im rappelvollen Saal Kreise frei, positionieren sich, fixieren die Gegenseite. Wie eine Schlachtenszene in einem Ritterfilm. Die finale Konfrontation der Horden ist ein Ritual an Freiwild-Konzerten, ob in Aurich, Schwerin, Bern oder Frankfurt, wo Freiwild – Band-Logo mit W als Hirschgeweih – kurz darauf auf dieser Tour im Jahr 2013 zweimal nacheinander die Jahrhunderthalle ausverkauft, über 30 000 Besucher. «Der Pogo geht erst dann los, wenn der Refrain kommt!», befiehlt Burger. Die Gitarren setzen ein, das Schlagzeug, rhythmisches Klatschen, 1, 2, 3, 4. Die Fäuste in der Luft, die Menge so laut am Mitsingen, dass Burgers röhrender Gesang verschmilzt mit Tausenden Stimmen, alle sind eins. Beim Refrain explodiert die Menge, rennen Hunderte aufeinander los, schlagen und treten wild um sich.
Draussen warten Polizei und Demonstranten...

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